In einem Pilotprojekt will Knorr-Bremse die aus Flügen resultierenden Treibhausgasemissionen reduzieren und ausgleichen.
Knorr-Bremse setzt bei der Emissionsreduktion auf die Beimischung von synthetischem Kraftstoff bei geschäftlichen Flugreisen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Standorte können Entschädigungsansprüche aus dienstlichen Flugreisen an Knorr-Bremse abtreten.
Um standortübergreifend zusammenzuarbeiten, fokussiert sich Knorr-Bremse in erster Linie auf digitale Angebote wie Online-Meetings.

Pilotprogramm für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlt auf Knorr-Bremses Klimaschutzprojekte ein.

Mit Hilfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an deutschen Standorten will Knorr-Bremse ab dem vierten Quartal 2021 die aus Flügen resultierenden Treibhausgasemissionen in einem Pilotprojekt reduzieren und ausgleichen.

Oberstes Ziel von Knorr-Bremse bei der Vermeidung von Flugemissionen bleibt die Reduzierung der Dienstreisen. Dort wo Flugreisen nicht vermieden werden können, und bei denen sich eine Verspätung oder ein Flugausfall ergeben hat, wollen wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einladen, ihre Entschädigungsansprüche gegenüber den Fluggesellschaften an Knorr-Bremse abzutreten und damit Klimaschutzprojekte zu unterstützen.

Yacin Bessas – Referent Corporate Responsibility, Knorr-Bremse AG

Entschädigung aus verspäteten oder ausgefallenen Flugreisen für Klimaschutzprojekte

Das Pilotprogramm bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an deutschen Standorten die Möglichkeit einen eigenen Beitrag für Knorr-Bremses Klimaschutzaktivitäten zu leisten. Bei Flugverspätungen, Überbuchungen oder Flugausfällen auf Dienstreisen können für Mitarbeitende Ansprüche auf Ausgleichszahlungen entstehen. Im Rahmen eines automatisierten Rückforderungsprozesses bietet Knorr-Bremse den betreffenden Mitarbeitenden an, die finanziellen Entschädigungszahlungen an Knorr-Bremse abzutreten, die vollumfänglich ausgewählten Klimaschutzprojekten zugeführt werden. Alternativ können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie bisher möglich den Geldbetrag in eigener Initiative bei der jeweiligen Fluggesellschaft einfordern.

Bei Flugverspätungen, Überbuchungen oder Flugausfällen auf Dienstreisen können für Mitarbeitende Ansprüche auf Ausgleichszahlungen durch die Fluggesellschaften entstehen, die sie an Knorr-Bremse zur Unterstützung der Klimaprojekte abtreten können.

Entscheiden sich Mitarbeitende dafür, mit der Ausgleichszahlung Knorr-Bremses Klimaschutzprojekte unterstützen zu wollen, funktioniert der Prozess in der Praxis wie folgt: Der von Knorr-Bremse beauftragte Dienstleister Flightright GmbH prüft alle dienstlichen Flugreisen auf Ausgleichszahlungsfähigkeit. Im positiven Falle werden die ausgleichsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontaktiert und haben die Möglichkeit, die Entschädigungszahlung via Flightright GmbH bei der Fluggesellschaft einfordern zu lassen und an Knorr-Bremse abzutreten. Nach der finalen Prüfung wird die Geldsumme an Knorr-Bremse überwiesen und kommt den Klimaschutzprojekten von Knorr-Bremse zugute.

„Um standortübergreifend miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren, setzen wir zunächst auf digitale Angebote wie Online-Meetings. Die letzten anderthalb Jahre haben gezeigt, dass auch mit stark reduzierten Dienstreisen, sehr effizient gearbeitet werden kann. Gleichwohl kann nicht jede Dienstreise durch ein Online-Meeting ersetzt werden. Wir als indirekter Einkauf sind auf die Corporate-Responsibility-Abteilung zugegangen, nachdem sich die Möglichkeit ergeben hat, Rückerstattungen aus Flugverspätungen zu automatisieren und einem guten Zweck zukommen zu lassen“, sagt Birgit Schooff, Category Manager Travel EMEA, Knorr-Bremse für Schienenfahrzeuge GmbH.

Gemeinsam setzen wir in Zukunft auf erneuerbare Energien und die Kompensation von Flugemissionen, die auf Dienstreisen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen.

Birgit Schooff – Category Manager Travel EMEA, Knorr-Bremse für Schienenfahrzeuge GmbH

Welche Klimaschutzprojekte werden konkret durch die abgetretenen Erstattungen gefördert?

Knorr-Bremse setzt bei der Emissionsreduktion auf die Beimischung von synthetischem Kraftstoff im Rahmen von Geschäftsflugreisen. Das Ziel ist hierbei, Flugreisen von Knorr-Bremse Mitarbeitende immer bis zu einem Prozent mit synthetischem Kraftstoff abzudecken. Die beabsichtige Beimischquote von bis zu einem Prozent CO₂-Minderung liegt damit deutlich über der Beimischquote, die im Treibhausquotengesetz in Höhe von 0,5 Prozent ab 2025 vorgesehen ist. Aus diesem Grund fördert Knorr-Bremse die weltweit erste E-Kerosin-Produktionsanlage seines Partners atmosfair gGmbH , die im Oktober in Werlte (Deutschland) in Betrieb genommen wurde.

Die weltweit erste Produktionsanlage für E-Kerosin steht in Werlte im deutschen Emsland.

Die Anlage der Klimaschutzorganisation übersteigt mit einer Kapazität von 350 Tonnen synthetischem Rohöl pro Jahr den Labormaßstab bei weitem und wird deutsche Fluggesellschaften mit E-Kerosin versorgen. Es handelt sich dabei um die erste Anlage weltweit, die Rohöl für E-Kerosin herstellt, welches für die kommerzielle Luftfahrt zugelassen ist.

"Die weltweit erste Anlage im Emsland produziert aus den Ausgangsstoffen CO₂ und Wasserstoff zunächst ein Synthesegas und nachfolgend per Fischer-Tropsch-Synthese synthetisches Rohöl. Dieses liefern wir dann an eine Raffinerie, die das Rohöl in ihrem Prozess zu einem Prozent beimischt und Kerosin herstellt. Das benötigte CO₂, das bei der Verbrennung des synthetischen Kerosins frei wird, wird vorher aus einer Biogasanlage und Filterung aus der Umgebungsluft gewonnen“, sagt Dr. Dietrich Brockhagen, Geschäftsführer und Gründer der atmosfair gGmbH. Die Beiträge der Mitarbeitenden fördern unmittelbar die Pioniertechnologie im Bereich erneuerbarer Energien.

Die Anlage verbraucht ausschließlich deutschen Strom aus Windenergie zur Produktion des synthetischen Rohöls. Damit ist der Gesamtprozess CO₂-neutral.

Dr. Dietrich Brockhagen – Gründer und Geschäftsführer von atmosfair

Neben der Beimischung von synthetischem Kraftstoff wird auch das Kompensationsprojekt „Effiziente Holzvergaseröfen“ in Indien gefördert. Durch die von Knorr-Bremse geförderten Holzvergaseröfen kann die lokale Bevölkerung einerseits die Nutzung von Feuerholz und somit den CO₂-Ausstoß stark reduzieren. Andererseits tragen die Öfen zur Vermeidung von Rauchbelastung sowie zum Schutz der lokalen Wälder bei. Darüber hinaus entstehen lokal rund hundert Arbeitsplätze durch die Produktion der Öfen und den Weiterverkauf der Holzkohle, die im Zuge des Kochprozesses entsteht. Knorr-Bremse wird das Projekt gemeinsam mit atmosfair gGmbH bis 2030 zu fördern. Mehr Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier sowie im Überblicksartikel zu Knorr-Bremses Kompensationsprojekten .