Für die Hoffmanns ist ihre alte Industriehalle eine Schatztruhe. Dort warten viele Ersatzteile und sogar ganze Lkw auf ihre Wiedergeburt.
Ob MAN, Magirus-Deutz oder Mercedes: In der Werkstatt werden zeitgleich mehrere alte Schätzchen restauriert und repariert.

Große Leidenschaft für Lkw-Oldtimer. Aus alt mach neu.

Hoffmann Nutzfahrzeuge und das angeschlossene Nutzfahrzeuge Veteranen Center (NVC) in Oberhausen sind in Europa die Adressen für Freunde von klassischen Lkw. Seit drei Jahrzehnten restaurieren Helmut Hoffmann und sein Sohn Sascha dort leidenschaftlich historische Trucks und verfügen über einen einzigartigen Bestand an Ersatzteilen für jegliche Art von Oldtimer Trucks.

Helmut (li.) und Sascha Hoffmann und ihr NVC gehören zu den ersten Adressen Europas, wenn es um die Restauration alter Lkw geht.

Bremsanlagen haben eine geradezu existenzielle Bedeutung für das Speditionsgewerbe. Das war bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren so. Helmut Hoffmann, heute aufgrund seiner eigenen Klassikersammlung und der markenübergreifenden Restaurationskompetenz eine Art Ikone der Oldtimerszene, erinnert sich: „Ich stand damals als Auszubildender zum Lkw-Mechaniker bei der Büssing-Vertretung Spieker in Duisburg selbst in der Werkstatt. Und habe immer wieder mitbekommen, wie wichtig es für Transportunternehmen war, einen guten und schnellen Service zu bekommen.“ Auch der Einbau von Ersatzteilen von Knorr-Bremse wie Bremsventilen und Bremszylindern gehörte für ihn zum Alltag. „Vor allem durfte es keine langen Standzeiten geben, denn die Lkw waren ja pausenlos im Einsatz“, erzählt der 74-Jährige.

Bei Ersatzteilen von Knorr-Bremse gab es auch früher keine Lieferengpässe. Da konnte man sich immer drauf verlassen.

Helmut Hoffmann – Eigentümer des Nutzfahrzeuge Veteranen Center (NVC), zeigt ein Knorr-Bremse Typenschild in der Beifahrertür eines MAN-Lkw von 1968.

Wie wichtig die jederzeitige Verfügbarkeit im Reparaturfall und die gute Erreichbarkeit des Herstellers bei Rückfragen waren, erlebte Helmut in den Folgejahren am eigenen Leib. Längst hatte Hoffmann den elterlichen Speditionsbetrieb übernommen und bewegte mit seinen Fahrern über 50 Lkw. „In dieser Zeit war die Einleiterbremse Standard. Und die Lastwagen wurden auch noch ganz anders rangenommen. Das perfekte Funktionieren der Bremsen sicherte quasi das Überleben der Betriebe und Fahrer“, beschreibt er. Und auch hier erwiesen sich Ersatzteile von Knorr-Bremse als unverzichtbar. „Der große Vorteil war, dass es quasi keine Lieferengpässe gab. Und wenn mal ein Teil im Lagerbestand ausgegangen war, reichte ein einfacher Anruf in der Nachbarwerkstatt, und das Problem war gelöst. Darauf konnte man sich immer verlassen.“

Rare Fossile deutscher Nutzfahrzeuggeschichte

Hoffmann berichtet über die Restaurierung seines eigenen 1952er-Krupp-Titan, in dem bereits werksseitig Teile von Knorr-Bremse verbaut waren. Dieses rare Fossil mit zwei jeweils 105 PS starken Motoren ist der ganze Stolz seiner Sammlung und ein Prachtstück deutscher Nutzfahrzeuggeschichte. „Aber auch andere Hersteller wie MAN und Büssing verwendeten Technik von Knorr-Bremse“, ergänzt Sohn Sascha. Der 41-Jährige ist selbst Kfz-Meister und leidenschaftlicher Restaurator. In der Werkstatt wird gerade ein MAN 10.212 HS Haubensattel von 1963 wiederhergestellt, an dessen Fahrgestell man tatsächlich den Aufbau einer kompletten Bremsanlage mit Federspeichern, Druckreglern, Bremsventilen und Bremszylindern erkennt. Außerdem steht auf dem Hof ein schrottreifer MAN-Teileträger von 1968 mit einem damals typischen Knorr-Bremse Typenschild in der Beifahrertür.

Europaweit größte Sammlung historischer Lkw

An keinem anderen Ort in Europa finden Klassikerfreunde eine so große Auswahl an historischen Lkw. Und nirgendwo anders ist auch der Vorrat an Ersatzteilen für die Lkw-Restaurierung so beeindruckend. Kaum vorzustellen, aber auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Firmenareal mit der alten Industriehalle hat Helmut Hoffmann in den letzten drei Jahrzehnten alles zur Seite gestellt und gesammelt, was dafür erforderlich ist. Das Wort „Schrott“ kennt Hoffmann Senior nicht. „Das ist rollendes Kulturgut. Und weggeworfen wird nichts, denn Ersatzteile, die man nirgendwo mehr kaufen kann, sind das Rückgrat für die Restaurierung von Oldtimern.“

Prachtstück: Der Krupp Titan von 1952 hat nicht nur zwei Motoren sondern auch serienmäßig Knorr-Bremse Originalteile verbaut.
Von wegen Schrott: Für Helmut Hoffmann sind die alten Lkw auf seinem 50.000 Quadratmeter großen Firmenareal Kulturgut.

Das gilt auch für den Vorrat an Ersatzteilen von Knorr-Bremse aus damaliger Zeit. Gleich ein ganzes Wandregal ist damit gefüllt, und oft rufen verzweifelte Oldtimerfreunde aus ganz Europa auf der Suche nach seltenen Teilen in Oberhausen an. Doch Sascha Hoffmann hat mit seinen Unterlagen den Überblick über alles, was jemals gebaut wurde – und hat sich schon vor Jahren mit den Restbeständen verschiedenster Fachwerkstätten eingedeckt.

Gerade bei historischen Nutzfahrzeugen sind die Bremsen ein extrem sicherheitsrelevanter Faktor, und die TÜV-Prüfer werfen ein Auge darauf. Ursache dafür sind die vergleichsweise langen Standzeiten dieser Fahrzeuge, die immer wieder zu Wassereinlagerungen und Rost führen.

Sascha Hoffmann – am Fahrgestell des MAN 10.212 HS. Auch der bremst mit Knorr-Bremse.

Ein Thema, das in Corona-Zeiten besonders aktuell ist, denn die einschlägigen Szenetreffen und Ausfahrten haben nicht stattgefunden. Die Folge davon: Viele Bremsanlagen müssen erneuert werden, da die "Oldies" im letzten Jahr kaum bewegt wurden.