
Die AirSupply Smart hat ihre Leistungsfähigkeit dort bewiesen, wo es wirklich zählt: im täglichen Fahrgastbetrieb der Tokioter Metro. Dichter Taktverkehr, kurze Haltezeiten, häufige Lastwechsel und ein stark schwankender Druckluftbedarf stellten dabei höchste Anforderungen.
Das Ergebnis des Feldtests ist eindeutig: Die Betreiberin Tokyo Metro Co., Ltd bewertete die Performance der AirSupply Smart sehr positiv und gab das System formal für den Betrieb frei – ein wichtiger Meilenstein für künftige Projekte in Japan. Philipp Verheyen, Produktmanager der AirSupply Smart, fasst die Ergebnisse so zusammen: „Der Betrieb der Tokioter Metro stellt extrem hohe Anforderungen, und AirSupply Smart hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie selbst unter sehr anspruchsvollen Bedingungen ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit bietet.“
Maßgeblichen Anteil daran hatte das Knorr-Bremse Service Center in Sakado unweit der Hauptstadt. Dessen Ingenieure begleiteten das Projekt von Beginn an vor Ort, schulten das Personal der Tokyo Metro Co., Ltd. im Datenabruf, verantworteten die Eingangsinspektionen und führten die regelmäßigen Demontageprüfungen während des Trials bei der Betreiberin durch.
Nahtlose Integration in das Fahrzeugkonzept
Auch bei der Integration in das Fahrzeug überzeugte die AirSupply Smart. Die Einheit wurde nahtlos in das bestehende System eingebunden. Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Anlage ermöglicht den zuverlässigen Austausch von Signalen, Rückmeldungen und Diagnosedaten, ohne die übergeordnete Steuerlogik zu beeinflussen. Gleichzeitig wurden die pneumatischen und elektrischen Schnittstellen so umgesetzt, dass sich die Lösung optimal in das Fahrzeugkonzept einfügt. Bei Betreibern und Fahrzeugherstellern steht die AirSupply Smart für hohe Systemkompatibilität, eine reibungslose Einbindung und einen effizienten Einsatz im bestehenden Fahrzeugumfeld.
Soft Start reduziert Lastspitzen im Bordnetz
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts war die integrierte Soft-Start-Funktion der AirSupply Smart. Sie ermöglicht einen besonders schonenden Anlauf des Kompressors und reduziert die Stromspitzen im Bordnetz deutlich. „Wir nutzen den Umrichter mit Spannungs-Frequenz-Kennliniensteuerung für einen sanften Anlauf des Kompressors“, erläutert Verheyen. „Das trägt dazu bei, die Anlaufströme erheblich zu senken.“
Wie relevant dieser Vorteil in der Praxis ist, zeigt das Fahrzeugkonzept der 13000-Serie: Dort erzeugen üblicherweise vier kleinere Kompressoren die Druckluft und werden von der Fahrzeugsteuerung zeitlich versetzt zugeschaltet, um Lastspitzen zu vermeiden. AirSupply Smart nutzt dagegen den leistungsstärkeren Kompressor PistonSupply Eco VV180-T. Dank der Soft-Start-Funktion lässt sich die Amplitude des Anlaufstroms auf Nennstromniveau begrenzen und damit sogar unter das Niveau senken, das bei weiterhin zeitversetzt startenden kleineren Kompressoren erreicht würde. Dies bringt erhebliche Vorteile für die Energieversorgung des Fahrzeugs mit sich und eröffnet Fahrzeugentwicklern zusätzliche technische Spielräume.
Starke Referenz für den japanischen Markt
Während des Testeinsatzes erfasste der integrierte Datenlogger kontinuierlich relevante Betriebsdaten, darunter Lastprofile, Schaltzyklen und thermische Zustände. Mithilfe dieser Informationen ließ sich das reale Betriebsverhalten transparent nachvollziehen und das Potenzial des integrierten Condition Monitoring-Ansatzes von Knorr-Bremse im täglichen Einsatz demonstrieren.
Mit der Freigabe des Systems durch die Tokioter Metro verfügt Knorr-Bremse nun über einen entscheidenden Nachweis für die Eignung der AirSupply Smart für den japanischen Markt. Dies ermöglicht Knorr-Bremse nicht nur die Teilnahme an künftigen Ausschreibungen der Tokioter Metro, sondern bietet zugleich eine starke Referenz für weitere Projekte in Japan und anderen internationalen Einsatzgebieten.