Knorr-Bremse Circular Technology Award. Kreislaufwirtschaft und Green Technologies als neues Wachstumsfeld.

Rohstoffe mit kritischer Verfügbarkeit, eine steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt und eine wachsende Verantwortung für nachhaltige industrielle Wertschöpfung: Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft zählt zu den großen Herausforderungen – und Chancen – unserer Zeit.

Für Knorr-Bremse sind das Schließen von Materialkreisläufen, die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe und resilientere industrielle Prozesse weit mehr als ökologische Notwendigkeiten. Aus Unternehmenssicht sind sie zentrale Hebel für langfristiges, strategisches Wachstum und ein wichtiger Zukunftsmarkt.

Mit der Ausschreibung des Knorr‑Bremse Circular Technology Awards setzt das Unternehmen deshalb gezielt auf Innovationen, die dieses Potenzial erschließen. Durch die Zusammenarbeit mit Start-ups und Innovationspartnern will Knorr‑Bremse frühzeitig Zugang zu neuen Technologien schaffen und deren Überführung in industrielle Anwendungen im Unternehmen beschleunigen.

Warum Kreislaufwirtschaft für Knorr-Bremse von strategischer Bedeutung ist.

Als weltweit führender Anbieter von Bremssystemen und weiteren sicherheitsrelevanten Lösungen für die Bahn- und Nutzfahrzeugindustrie trägt Knorr-Bremse eine besondere Verantwortung – gegenüber Kunden, Gesellschaft und Umwelt. Gleichzeitig verändern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spürbar: Der Bedarf an Rohstoffen steigt, Lieferketten werden volatiler und regulatorische Anforderungen nehmen zu.

Die Fähigkeit, Materialien effizient zurückzugewinnen und erneut nutzbar zu machen, wird damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Green Technologies spielen hierbei eine Schlüsselrolle, da sie Nachhaltigkeit gezielt mit industrieller Skalierbarkeit und wirtschaftlicher Stärke verbinden.

Der Circular Technology Award ist daher ein zentraler Baustein der übergeordneten Green‑Tech‑Offensive von Knorr‑Bremse, mit der das Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen und sein Portfolio strategisch erweitern möchte.

Porträtfoto des Vorstandsitzenden der Knorr‑Bremse AG im Business‑Anzug vor modernem Bürohintergrund
Ein spannendes Wachstumsfeld wie Green Technologies braucht kreative Lösungen. Gerade jetzt, wo der Bedarf nach Rohstoffen stark steigt, wollen wir zu den Ersten zählen, die diese Potenziale nutzen und in profitable Geschäftsmodelle weiterentwickeln.

Marc Llistosella – Vorstandsvorsitzender der Knorr-Bremse AG

Der Award. Ein Wettbewerb für die innovativsten Green‑Tech‑Lösungen.

Der Knorr-Bremse Circular Technology Award, der im Januar 2026 ausgelobt wurde, richtete sich gezielt an Start-ups und junge Technologieunternehmen, die mit ihren Lösungen einen messbaren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten. Gesucht wurden innovative Green-Technologies-Lösungen in den für Knorr-Bremse strategisch relevanten Bereichen Automatisierte Demontage und Recycling kritischer Rohmaterialien. Im Fokus standen dabei insbesondere:

  • Die automatisierte Demontage von Komponenten, etwa mithilfe von KI-gestützter Robotik
  • Innovative Recyclingverfahren zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe
  • Skalierbare Technologien, die industrielle Anwendungen nachhaltig verändern können

Für den Wettbewerb haben Knorr-Bremse und die Heinz Hermann Thiele Familienstiftung in Zusammenarbeit mit Projektpartner CIRCULAR REPUBLIC, der Implementierungsplattform für die Circular Economy, die Kräfte gebündelt, um das Beste aus unterschiedlichen Welten zu vereinen. Gemeinsam starteten sie die Suche nach vier innovativen Lösungskonzepten von Start-ups, mit denen Knorr-Bremse nun die nächsten Schritte im Bereich Green Technologies gehen möchte. Die drei Partner bringen unternehmerische Weitsicht, technologisches Know-how und ein starkes Netzwerk in der Circular Economy zusammen. So entstehen gezielt Brücken zwischen jungen Technologien und industrieller Anwendung – und konkrete Lösungen, mit denen Kreislaufwirtschaft wirtschaftlich wirksam wird.

Beeindruckende Bandbreite an Lösungen aus unterschiedlichen Technologiebereichen.

Aus mehr als 50 europaweiten Einreichungen wurden von der Fachjury – anhand transparenter Bewertungskriterien – die vier innovativsten Green-Tech-Lösungen ausgewählt. Anfang Mai wurden die vier Gewinner-Start-ups im Rahmen der IFAT Munich, der weltweit führenden Messe für Umwelttechnologien in den Bereichen Wasser, Recycling und Zirkularität, für ihre Konzepte mit dem Knorr‑Bremse Circular Technology Award ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von jeweils 25.000 EUR prämiert.

Partner des Awards

Mitinitiator des Knorr-Bremse Circular Technology Awards:

Die Heinz Hermann Thiele Familienstiftung verwaltet das unternehmerische Erbe des 2021 verstorbenen Knorr-Bremse Hauptaktionärs. Ziel der Stiftung ist die Sicherung des Lebenswerks von Heinz Hermann Thiele, der das Unternehmen über viele Jahrzehnte zum erfolgreichen Weltkonzern ausgebaut hat.

Umsetzungpartner des Knorr-Bremse Circular Technology Awards:

CIRCULAR REPUBLIC ist Europas führende Implementierungsplattform für die Circular Economy. Als Teil von UnternehmerTUM – Europas größtem Zentrum für Innovation und Gründung – befähigt die Initiative etablierte Unternehmen und Start-ups, zirkuläre Innovationen und skalierbare Geschäftsmodelle zu realisieren. Durch die Vernetzung relevanter Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzt CIRCULAR REPUBLIC die systemverändernden Impulse, die für eine resiliente, nachhaltige und wettbewerbsfähige Wirtschaft von morgen entscheidend sind.

Alle Start-ups, die sich für den Award beworben haben, wurden auf Grundlage der folgenden Kriterien bewertet:

  • Impact Pioneer:
    Das Produkt und/oder das Geschäftsmodell muss positive soziale und ökologische Veränderungen fördern.
  • Innovation & Marktpotenzial:
    Start-ups oder KMU sollten in der Lage sein, echte Innovationen zu entwickeln und erfolgreich zur Marktreife zu bringen.
  • Marktresonanz & Reifegrad:
    Für das Produkt oder die Dienstleistung des Start-ups sollte bereits eine positive Resonanz und Akzeptanz seitens der Kunden erkennbar sein.
  • Starkes Team:
    Das Gründungsteam sollte hohe fachliche Kompetenz, Teamfähigkeit und eine klare Zielorientierung aufweisen.
  • Industrie-Fit:
    Fähigkeit, einen Proof of Concept (PoC) für ein Industrieprodukt bzw. eine industrielle Anwendung umzusetzen.

Die Fachjury

Mitglieder der Jury waren Marc Llistosella (CEO Knorr-Bremse AG), Julia Thiele-Schürhoff (Member of the Executive Board, Heinz Hermann Thiele Family Foundation), Stephan Sturm (Chair of the Executive Board, Heinz Hermann Thiele Family Foundation), Matthias Ballweg (Co-Founder, CIRCULAR REPUBLIC), Roland Gauß (Director EIT Raw Materials), Gisela Lanza (Head of Institute of Production Science, Karlsruhe Institute of Technology), Niclas-Alexander Mauss (Co-Founder, CIRCULAR REPUBLIC), An Nuyttens (President Rare Earths, Fluorine and Silica, Solvay), Christina Reuter (Chair of Sustainable Production Systems, Technical University of Munich), Philipp Rösler (Former Vice Chancellor and Minister for Economic Affairs of the Federal Republic of Germany) sowie Günther Schuh (Director of FIR e. V. at RWTH Aachen).

Auf der IFAT Munich wurden die vier Gewinnerteams verkündet und mit dem Knorr‑Bremse Circular Technology Award ausgezeichnet. Marc Llistosella, CEO der Knorr-Bremse AG (5. v. r.), und Oliver Klug, Chief Strategy & Transformation Officer der Knorr-Bremse AG (4. v.r.), führten durch die Preisverleihung und freuen sich nun auf die nächsten Schritte mit den vier Start-ups.

Wer sind die vier Gewinner und mit welchen innovativen Green-Tech-Lösungen haben sie beim Wettbewerb überzeugt?

Kategorie: Automatisierte Demontage

In der Kategorie Automatisierte Demontage gewannen die beiden Start-ups R3 Robotics und Hiro Robotics, die beide mit KI-gestützter Robotik zur zerstörungsfreien Demontage von komplexem, industriellem Elektroschrott und Batterien überzeugten:

R3 Robotics – KI-gesteuerte Robotiklinien zur automatisierten und sicheren Zerlegung von Batterien

Firmenprofil von R3 Robotics:

R3 Robotics (ehemalig Circu Li-ion), gegründet in Luxemburg, entwickelt automatisierte Lösungen für die industrielle Demontage von End-of-Life-Komponenten aus elektrifizierten Fahrzeugen. Das Unternehmen hat seinen Ansatz in den vergangenen Jahren von der Batteriedemontage auf komplette Fahrzeug- und Antriebssysteme ausgeweitet und betreibt entsprechende Anlagen in Europa. Mit jüngsten Finanzierungszusagen von 20 Mio. EUR zur weiteren Industrialisierung seiner Technologie arbeitet R3 Robotics daran, automatisierte Demontageprozesse im industriellen Maßstab umzusetzen und gemeinsam mit Partnern weiterzuentwickeln.

R3 Robotics kombiniert Robotik, Computer Vision und spezialisierte Werkzeuge, um komplexe Demontageprozesse automatisiert und reproduzierbar durchzuführen. Ein zentraler Bestandteil des Ansatzes ist die strukturierte Datenerfassung während der Demontage, die Transparenz und Nachverfolgbarkeit entlang nachgelagerter Wiederverwendungs- und Recyclingprozesse ermöglicht. Die Lösung adressiert damit eine zentrale Herausforderung der Circular Economy: die sichere und wirtschaftliche Verarbeitung wachsender Mengen komplexer Hochvolt- und Elektroniksysteme.

Was hat die Jury bei R3 Robotics überzeugt?

Die Jury würdigte insbesondere den konsequent industriell ausgerichteten Ansatz von R3 Robotics, automatisierte Demontage als skalierbaren Bestandteil zukünftiger Wertschöpfungsketten zu etablieren. Hervorgehoben wurden die Fähigkeit der Technologie, mit variierenden Produktdesigns und realen Betriebsbedingungen umzugehen, sowie der Fokus auf Prozessstabilität und Nachverfolgbarkeit. In einem Umfeld zunehmender Elektrifizierung und steigender Rücklaufmengen sieht die Jury in solchen Lösungen einen wichtigen Schritt hin zu effizienteren und besser integrierten Circularity-Prozessen.

Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an Circularity prüft Knorr-Bremse kontinuierlich neue technologische Ansätze zur Weiterentwicklung von Demontage- und Remanufacturing-Prozessen. Lösungen wie die von R3 Robotics könnten perspektivisch dazu beitragen, Effizienz und Nachverfolgbarkeit in diesem Bereich weiter zu verbessern und zusätzliche praktische Erfahrungen in einem dynamisch wachsenden Technologiefeld zu sammeln.

R3 Robotics bietet Systeme für die automatisierte Demontage kompletter Elektrofahrzeugsysteme – einschließlich E‑Antrieben, Leistungselektronik und weiterer hochwertiger Komponenten.

Hiro Robotics – zerstörungsfreie roboterbasierte Demontage von Elektronikschrott

Firmenprofil von Hiro Robotics:

Hiro Robotics, gegründet in Genua, Italien, entwickelt robotik- und KI-basierte Systeme für die automatisierte Demontage und Sortierung von Elektro- und Elektronikschrott. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Weiterentwicklung bestehender Recyclingprozesse, insbesondere im Bereich von Waste Electrical and Electronic Equipment (WEEE). Dabei automatisiert Hiro Robotics gezielt manuelle, repetitive und energieintensive Prozessschritte in der Behandlung komplexer Elektronikprodukte. Die Systeme sind bereits bei Kunden im Einsatz und verfügen über mehr als 20.000 Betriebsstunden sowie umfangreiche Felddaten.

Die Lösungen von Hiro Robotics basieren auf modularen Roboterplattformen, die elektronische Geräte und Komponenten automatisiert demontieren und sortieren können. Die Systeme sind für den Einsatz in realen Recyclingumgebungen entwickelt, in denen Altgeräte stark variieren und häufig ohne verlässliche Angaben zu Modell, Zustand oder innerer Konfiguration ankommen. Trotz dieser Herausforderungen ermöglichen sie eine gezielte Rückgewinnung wertvoller Materialien und Komponenten und reduzieren zugleich die Belastung für Mitarbeitende in repetitiven und körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Der Ansatz kombiniert Automatisierung mit flexiblen Prozessdesigns und adressiert damit insbesondere die zunehmende Komplexität moderner Elektronikprodukte.

Was hat die Jury bei Hiro Robotics überzeugt?

Die Jury zeigte sich vor allem beeindruckt vom praxisnahen Ansatz von Hiro Robotics zur Automatisierung von Demontage- und Sortierprozessen in einem schnell wachsenden Abfall- und Ressourcenstrom. Besondere Anerkennung fanden die modulare Architektur der Technologie sowie das erkennbare Potenzial, bestehende Recyclingprozesse schrittweise zu modernisieren und die Rückgewinnung wertvoller Materialien zu unterstützen. Vor dem Hintergrund steigender Elektronikmengen und wachsender Anforderungen an Ressourceneffizienz sieht die Jury in solchen Lösungen einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung zirkulärer Wertschöpfungssysteme.

Für Knorr-Bremse eröffnet die Auseinandersetzung mit Lösungen wie der von Hiro Robotics neue Perspektiven auf den Umgang mit elektronischen Komponenten am Ende ihres Lebenszyklus. Insbesondere die Kombination aus automatisierter Demontage und gezielter Materialtrennung liefert wertvolle Anknüpfungspunkte für zukünftige Konzepte im Bereich Ersatzteilmanagement, Wiederverwendung und verantwortungsvolle Materialnutzung. Eine mögliche weitere Zusammenarbeit mit spezialisierten Technologie-Start-ups wie Hiro Robotics könnte es Knorr-Bremse ermöglichen, innovative technologische Ansätze und deren praktische Relevanz für industrielle Anwendungen kontinuierlich zu evaluieren.

Hiro Robotics entwickelt Systeme für die automatisierte Demontage von Elektronikschrott und eröffnet Recyclinganlagen neue Wege in der Behandlung von Elektro‑ und Elektronikaltgeräten (WEEE).

Kategorie: Recycling kritischer Rohmaterialien

Gewinner der Kategorie Recycling kritischer Rohmaterialien waren die Start-ups DEScycle und HyProMag, die jeweils durch einzigartige metallurgische Verfahren beeindruckten, mit denen kritische Metalle wie beispielsweise Kupfer in höchster Reinheit zurückgewonnen werden können.

DEScycle – emissionsarmer Ionometallurgie-Prozess zur hocheffizienten Rückgewinnung von Metallen aus Elektronikschrott

Firmenprofil von DEScycle:

DEScycle, gegründet in London, Vereinigtes Königreich, entwickelt innovative Verfahren zur Rückgewinnung kritischer und wertvoller Metalle aus komplexen industriellen Abfallströmen und Elektronikschrott. Das Unternehmen arbeitet daran, konventionelle metallurgische Prozesse durch alternative chemische Verfahren zu ergänzen und so neue Optionen für eine ressourceneffizientere Rohstoffversorgung zu schaffen. Mit seinem technologieorientierten Ansatz verfolgt DEScycle das Ziel, Recyclingprozesse flexibler und lokal skalierbar zu gestalten und die Wiederverwertung wertvoller Materialien in industriellen Wertschöpfungsketten zu stärken.

Die Kerntechnologie von DEScycle basiert auf einem ionometallurgischen Prozess, der spezielle Lösungsmittel einsetzt, um Metalle selektiv bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen zu lösen und zu trennen. Der Ansatz ermöglicht es, unterschiedliche Materialströme zu behandeln und wertvolle Metalle gezielt zurückzugewinnen, während gleichzeitig der Einsatz energieintensiver Prozessschritte reduziert werden kann.

Ein besonderes Merkmal der Lösung ist die Kombination aus chemischer Selektivität und modularer Prozessgestaltung, die eine flexible Integration in bestehende Recycling- und Produktionsumgebungen unterstützen kann.

Was hat die Jury bei DEScycle überzeugt?

Die Jury überzeugte insbesondere der technologiegetriebene Ansatz von DEScycle, neue Wege für die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus zunehmend komplexen Materialströmen zu erschließen. Ausgezeichnet wurden vor allem die Innovationskraft des chemischen Verfahrens sowie das erkennbare Potenzial, Recyclingprozesse nachhaltiger und unabhängiger von primären Rohstoffquellen zu gestalten. In einem Umfeld wachsender Materialbedarfe und steigender Anforderungen an Ressourceneffizienz sieht die Jury in solchen Lösungen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung zirkulärer und resilienter Lieferketten.

Für Knorr-Bremse gewinnt die sichere und nachhaltige Versorgung mit kritischen Materialien zunehmend an Bedeutung – sowohl aus ökologischer als auch aus strategischer Perspektive. Technologien wie die von DEScycle können Impulse liefern, wie sich industrielle Nebenströme künftig stärker als Rohstoffquelle nutzen lassen und wie geschlossene Materialkreisläufe schrittweise weiterentwickelt werden können. Die Prämierung von DEScycle und der weitere Austausch mit solch innovativen Technologieanbietern ermöglicht es Knorr-Bremse, neue Ansätze frühzeitig zu verstehen und deren potenzielle Rolle in zukünftigen Beschaffungs- und Circularity-Strategien systematisch zu bewerten.

DEScycle arbeitet an der nächsten Generation der Metallverarbeitungsinfrastruktur für eine Kreislaufwirtschaft. Anstelle zentralisierter, CO₂‑intensiver Schmelzverfahren setzt das Start‑up auf eine dezentrale und modulare Plattform zur Metallrückgewinnung auf Basis eigener ionometallurgischer Verfahren.

HyProMag – einzigartiges wasserstoffbasiertes Recyclingverfahren von Hochleistungsmagneten

Firmenprofil von HyProMag:

HyProMag aus Pforzheim in Deutschland entwickelt Technologien zur Wiederaufbereitung von Hochleistungs-Seltenerdmagneten aus End-of-Life-Produkten und Produktionsabfällen. Das Unternehmen baut auf wissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich Magnetrecycling auf und arbeitet daran, die industrielle Nutzung recycelter Magnetmaterialien in Europa auszubauen. Mit seinem Fokus auf die Rückgewinnung strategisch wichtiger Materialien adressiert HyProMag eine zentrale Herausforderung der Energiewende und der zunehmenden Elektrifizierung von Industrie und Mobilität.

HyProMag nutzt ein spezielles Verfahren zur Wiederaufbereitung von Magnetmaterialien, bei dem Seltenerdmagnete direkt aus bestehenden Komponenten zurückgewonnen und für eine erneute Nutzung aufbereitet werden. Dieser sogenannte „Short-loop“-Ansatz vermeidet mehrere energieintensive Prozessschritte klassischer Primärproduktion und ermöglicht eine effizientere Nutzung bereits vorhandener Materialressourcen. Die Technologie zielt darauf ab, den Zugang zu kritischen Magnetmaterialien zu diversifizieren und gleichzeitig die Umweltbelastung entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Was hat die Jury bei HyProMag überzeugt?

Die Jury würdigte insbesondere den klaren Fokus von HyProMag auf die Rückgewinnung und Wiederverwendung strategisch wichtiger Materialien, die für zahlreiche Zukunftstechnologien von zentraler Bedeutung sind. Hervorgehoben wurden die industrielle Relevanz des Ansatzes sowie das Potenzial, bestehende Abhängigkeiten in globalen Lieferketten schrittweise zu verringern. Vor dem Hintergrund steigender Nachfrage nach elektrischen Antriebssystemen und Automatisierungstechnologien sieht die Jury in solchen Lösungen einen wichtigen Baustein für eine langfristig resilientere Materialversorgung.

Für Knorr-Bremse spielt die Verfügbarkeit leistungsfähiger Magnetmaterialien eine wichtige Rolle in verschiedenen elektrischen und mechatronischen Anwendungen. Ansätze wie der von HyProMag eröffnen neue Möglichkeiten, wertvolle Komponenten am Ende ihres Lebenszyklus wieder in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Die Technologie von HyProMag könnte Knorr-Bremse dabei unterstützten, zukünftige Materialstrategien breiter aufzustellen und die Möglichkeiten einer zirkulären Nutzung kritischer Rohstoffe frühzeitig zu evaluieren.

HyProMag betreibt eine Short‑Loop‑Recycling‑ und Produktionsanlage, mit der seltenerdhaltige Permanentmagnete (NdFeB) aus Altprodukten und Produktionsresten zurückgewonnen und zu hochwertigen Pulvern, Legierungen und gesinterten Magneten verarbeitet werden.

Vom Award zur Umsetzung – was sind die nächsten Schritte?

Mit der Auswahl der vier Gewinner des Knorr‑Bremse Circular Technology Awards beginnt für Knorr‑Bremse nun die nächste Phase: die tiefergehende Evaluierung der ausgezeichneten Lösungen. Ziel ist es, ihr technologisches und industrielles Potenzial zusammen mit Expertinnen und Experten aus den Divisionen Rail Vehicle Systems (RVS) und Commercial Vehicle Systems (CVS) weiter auszuleuchten und für eine mögliche nächste Proof‑of‑Concept‑Phase zu validieren. Geplant sind dazu intensive Austausche mit allen Finalisten – von vertiefenden technischen Diskussionen über Vor-Ort-Besuche an Knorr‑Bremse Standorten bis hin zu möglichen Treffen in den Demonstrationsfabriken oder Technologiezentren der jungen Unternehmen. Knorr-Bremse möchte schließlich auf dieser Basis bis zu zwei besonders vielversprechende Ansätze für eine Proof‑of‑Concept‑Phase (PoC) auswählen und diese bis zum Ende des Sommers gemeinsam mit den Start-ups aufsetzen.

Die daran anschließenden PoCs sind jeweils auf eine Laufzeit von rund drei Monaten ausgelegt. Geplant ist, bereits im Herbst dieses Jahres erste belastbare Ergebnisse zu erhalten, um zusammen mit den Start-ups noch im laufenden Jahr über mögliche nächste Schritte zu entscheiden – etwa eine weitere Skalierung oder die Integration der Lösungen in konkrete Unternehmensprozesse von Knorr‑Bremse. Für die Umsetzung der PoCs stellen Knorr-Bremse und die Heinz Hermann Thiele Familienstiftung gemeinsam ein Budget von jeweils bis zu 150.000 Euro zur Verfügung, um das Industrialisierungspotenzial der ausgewählten Green‑Tech‑Lösungen fundiert validieren zu können.

Nach Verleihung der Awards möchten wir die Zusammenarbeit mit den Gewinnerteams weiter vorantreiben und konkrete Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Geplant ist unter anderem eine Proof‑of‑Concept‑Phase, in der ausgewählte Lösungen im industriellen Einsatz erprobt und bewertet werden.

Oliver Klug – Chief Strategy & Transformation Officer, Knorr-Bremse AG

Die Proof-of-Concept-Phase ist der nächste geplante Schritt auf dem Weg, Green Technologies bei Knorr‑Bremse als neues Wachstumsfeld aufzubauen und zu entwickeln, um in der Zukunft neue Potenziale im Bereich Kreislaufwirtschaft systematisch zu nutzen. Der Circular Technology Award ist für Knorr-Bremse damit nicht nur eine Auszeichnung für visionäre Ideen, sondern ein konkreter Ausgangspunkt, um diese gemeinsam mit starken Partnern in industrielle Realität zu überführen.

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